Landschaft im Wandel

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Stadtgeschichtlicher Bildungspfad Industriekultur

Forst (Lausitz), Innenstadt

Die Stadt Forst (Lausitz) besitzt eine lange Industriegeschichte. Sie wurde in der langen vorindustriellen Tradition des regionalen Textilhandwerks und erhielt schon im 18. Jahrhundert unter Heinrich Graf von Brühl (sächsischer Premierminister, zugleich Standesherr von Forst-Pförten) einen entscheidenden Entwicklungsschub durch die Einrichtung einer Tuch- und Leinenmanufaktur im ehemaligen Stadtschloss an der Kirchstraße (1945 zerstört). Hier entwickelte sich in den Folgejahrzehnten erstmals eine nichtzünftige, protoindustrielle und ab 1821 auch mechanisch betriebene Textilproduktion in Forst. Im Zuge der Industrialisierung und den damit verbundenen technischen Errungenschaften (z.B. Einführung der Dampfmaschine) und v.a. durch den Anschluss an das Eisenbahnnetz 1872 entwickelte sich Forst (Lausitz) gegen Ende des 19. Jahrhunderts zu einem Zentrum der deutschen Textilindustrie. Die Stadt zählte als "Deutsches Manchester" über viele Jahrzehnte zu den bedeutendsten Tuchstädten Deutschlands. Im Zweiten Weltkrieg wurden große Teile der Stadt zerstört. Dennoch blieben viele Zeugnisse der bedeutenden Industriearchitektur erhalten und wurden weiterhin ihrer Bestimmung entsprechend genutzt. Zu einem nahezu volständigen Zusammenbruch der Textilindustrie als größtem Arbeitgeber der Stadt Forst (Lausitz) führte letztendlich der durch den politischen Umbruch von 1989 eingeleitete wirtschaftliche Strukturwandel. Seitdem sind insbesondere im Norden der Stadt, entlang des Mühlgrabens, viele der vormals gewerblich genutzten Gebäude brach gefallen und von baulichem Verfall bedroht. Um das architektonische Erber zu erhalten, darüber zu informieren und es stärker in das Blickfeld der Menschen zu rücken, wurde der "Pfad der Industriekultur" ins Leben gerufen.
Der Pfad soll zunächst ausschließlich die das Stadtbild nachhaltig prägende (Tuch-) Industriegeschichte thematisieren.

Weitere Informationen:
http://niederlausitz.de/de/radfahren/regionaltouren/stadtgeschichtlicher-bildungspfad-industriekultur.html


Das Projekt wurde gefördert mit Mitteln der Bund-Länder-Programme und "Soziale Stadt – Investitionen im Quartier"; "Aktive Stadtzentren" sowie "Stadtumbau Ost, Teilprogramm Aufwertung".